Blasenbeschwerden

Über Blasenbeschwerden klagen Frauen viel häufiger als Männer. Die Blase der Frau ist anfälliger gegenüber Unterkühlung, psychischen Belastungen sowie physischen Veränderungen. Sie reagiert auch auf eine geschwächte Immun-Abwehr sensibler. Für Blasenbeschwerden können u. a. folgende Gründe vorliegen:

  • Anatomischen Verhältnisse:
    Eine relativ kurze Harnröhre ermöglicht einen leichteren Zugang für Bakterien in das Innere der Blase. Die Verbindung von der Harnblase zur Außenwelt, die Harnröhre, ist bei der Frau nur 5 cm lang (zum Vergleich beim Mannes 25 cm). Hinzu kommt, dass die Geburt eines Kindes, ein an sich völlig normaler Vorgang, zu einer vorübergehenden leichten Schwächung des Blasenverschlusses und des Beckenbodens führen kann. Die Schwäche hält länger an, wenn die Beckenbodenmuskulatur bei Mangel an Sport nur schwach ausgebildet ist und auch später nicht durch Training gestärkt wurde.
  • Kalte Füße:
    Kalte Füße führen bei einer Frau leichter zu einer Durchblutungsstörung der Blasenschleimhaut, verbunden mit vermehrtem Harndrang. Dies wird darauf zurückgeführt, dass es direkte vegetative Nervenverbindungen von den Füßen zum kleinen Becken und zur Blase gibt.
  • Hormonelle Veränderungen:
    Hormonelle Schwankungen, besonders monatlich vor und während der Regel, gehen einher mit dem Absinken der Östrogene und damit verbunden mit dem Abbau der Schleimhaut im Uterus (Regelblutung), bzw. der Abflachung der Schleimhäute in großen Teilen der Urogenitalregion. Dieser Schleimhautzustand hat eine leichte kurzzeitige Abwehrschwäche zur Folge. Außerdem kann eine abgeflachte Schleimhaut in der Harnröhre und in der Harnblase (aber auch in der Scheide) schon heftigste Beschwerden hervorrufen, d. h. Schmerzen wie bei einer akuten Blasenentzündung (aber eben nicht von Bakterien ausgelöst, bzw. eher sehr selten). Meist treten die Beschwerden selten und kurzzeitig auf.
    Dauern Menstruations-Unregelmäßigkeiten, einhergehend mit Hormonstörungen, etwas länger an, dann bleiben auch vorhandene Blasenbeschwerden länger bestehen. 
    Leider führt die ungenügende Diagnostik bei solchen Beschwerden in vielen Fällen zu unnützen Antibiotika Verordnungen und zu unsinnigen Fehldiagnosen wie 'therapieresistente Blasenentzündung'.
    Über eine ganzheitliche Untersuchung ist die Ursache für die Beschwerden eingrenzbar und damit behandelbar. 

Die flache Schleimhaut infolge eines Östrogenabfalls (nicht nur bedingt innerhalb des Menstruationszyklus, sondern auch nach Eintritt des Klimakteriums) führt in der Genitalregion auch zu anderen Unpässlichkeiten. Zum Beispiel ist die Scheide sehr empfindlich und sehr leicht zu reizen. Manchmal ist infolgedessen der sexuelle Kontakt unangenehm und schmerzhaft. In diesen Fällen können lokal angewendete Hormongaben wie ein Segen wirken. 

Aber oftmals beginnen die Beschwerden schon wesentlich früher, am 18., 19., 20. Tag der Regel. Das hängt überwiegend mit einem fehlenden Eisprung zusammen. Dann fehlt dem Körper ein wichtiges Hormon des Gelbkörpers, nämlich das Progesteron.

Für diesen Nachweis ist eine Laboranalyse des Hormonstatus zu einem bestimmten Zyklus-Zeitpunkt erforderlich!