Krebsvorsorge - Prostata

Eine Vorsorge-Untersuchung beim Mann ist sinnvoll, schon ab 35 Jahren, weil in diesem Alter die Prostata langsam zu wachsen beginnt. 

Die Prostatadrüse ist für die Samenflüssigkeit zuständig und zusammen mit ihrer Beckenboden-Umgebung für den Orgasmus und den Samenerguss (Ejakulation) wichtig. 

Die Samenflüssigkeit aus der Prostata und die Samenfäden aus den Hoden sind als männliche Voraussetzung für die normale Zeugungsfähigkeit unentbehrlich. 

Die Prostata ist natürlich für ihre Funktion, als typisch männliches Organ, natürlicherweise Testosteron gesteuert. 

Bei vermindertem Testosteronspiegel wird die Prostatadrüse empfindlicher. Wenn dann zusätzlich noch weibliches Hormon (Östrogen) im Körper eines Mannes zunimmt, fühlt sich die Prostata "unwohl". - Sie beginnt zu wachsen (Östrogen ist das weibliche Drüsenwachstumshormon), ohne dass sich die Funktion verbessert, und sie nimmt an Größe zu. Durch die Größenzunahme stört sie den Mann oft beim Wasserlassen und kann ihn ernsthaft krank machen. Östrogene sind in kleinen Mengen normalerweise bei jedem Mann vorhanden. Leider sind noch nicht alle Ursachen der Prostatavergrößerung und der Prostatakarzinom-Entstehung geklärt. Jedoch interessant sind die Zusammenhänge zwischen Zunahme der Prostatakarzinome und dem gehäuften auftreten von Brustkrebs bei der Frau. Östrogen, das Haupthormon der Frau, fördert im Wesentlichen das Drüsen-Wachstum. Beide Krebsarten, also Brustkrebs bei der Frau und Prostatakarzinom beim Mann, haben vieles gemeinsam, beispielsweise in den Ursachen, in der Häufigkeit, der Ausbreitung, aber auch in der Behandlung. Mann und Frau werden in den letzten Jahrzehnten umweltbedingt zunehmend mit Östrogenen belastet (Umweltgifte, wenig beeinflussbar). 

Und bei Männern überraschen die Zunahme der Unfruchtbarkeit und die immer häufiger zu beobachtende Brust-Entwicklung kaum noch. 

Und bereits bei Mädchen beobachtet man eine übermäßige Zunahme der Brüste, oft schon zeitgleich mit der Pubertät. 

Beide Krebsarten treten gehäuft in zivilisierten Ländern mit ähnlich „guter“ Ernährung auf, verbunden mit der Folge von Übergewicht und Bauchumfangzunahme. 

Das Bauchfett ist ein wesentlicher Einflussfaktor und hier ist ein Weg zur Krankheitsvermeidung möglich. Sie sollten Ihren Bauchansatz abbauen, weil das Bauchfett die Östrogene bei Mann und Frau zu stark vermehrt (Aromatase baut Testosteron in Östrogen um.). 

Die Prostata-Vergrößerung ist an sich gutartig. Die zunehmende Empfindlichkeit der Prostata zeigt sich durch weitere mögliche Störungen wie abakterielle Prostataentzündung (ohne bakterielle Auslöser), Prostatismus, Prostatabeschwerdesyndrom (doch der Urologe findet nichts), bakterielle Prostataentzündung, Prostataverkalkung.

Aber es gibt auch bösartige Prostata-Veränderungen. Der Prostatakrebs ist eins der häufigsten männlichen Krebsleiden. Die Häufigkeitskurve beginnt ab 40 (35) Jahren und nimmt mit zunehmendem Alter zu. Im Alter von 60 Jahren ist die Prostatakrebs-Wahrscheinlichkeit schon sehr groß, d.h. 24%; es kann also einer von vier 60-jährigen Männern bereits Prostata-Krebs haben. 

Der Prostata-Krebs sollte so früh wie möglich erkannt werden, weil er nur dann zu 99 % heilbar ist. 

Die Behandlungsmöglichkeiten erstrecken sich auf der einen Seite, bei aggressiven Krebsen, von operativer Therapie bis zur Stabilisierung bei weniger aggressiven Krebsarten, sehr oft ohne Operation durch Steigerung der eigenen Immunabwehr und verbessertem Lebensstil oder durch Hormon-Modulation. Hierbei spielt das Testosteron eine besondere Rolle.